Wenn Sie sich Diagnosegeräte ansehen, sind Ihnen sicher zwei Abkürzungen begegnet, die es früher nicht gab: CAN-FD und DoIP. So kommunizieren die Steuergeräte neuerer Autos mit der Außenwelt. CAN-FD ist eine Weiterentwicklung des CAN-Bus, die mehr Daten pro Nachricht und schneller überträgt. DoIP ist Diagnose über Ethernet, und zwar über die normale OBD2-Buchse. Versteht Ihr Gerät beides nicht, stößt es bei manchen modernen Autos an seine Grenzen.
Was ist CAN-FD?
Der CAN-Bus ist seit Jahrzehnten das Netz, über das die Steuergeräte im Auto miteinander reden, und das Protokoll, über das bei den meisten Fahrzeugen die OBD2-Diagnose läuft. Seine Grenze ist die Nachrichtengröße: Jeder Frame trägt höchstens 8 Byte Nutzdaten.
CAN-FD (Flexible Data-rate) erweitert jeden Frame auf bis zu 64 Byte und erlaubt eine höhere Übertragungsrate im Datenteil der Nachricht. Mehr Information in weniger Zeit, genau das, was Autos mit vielen Assistenten, Kameras und Sensoren brauchen. Einige Hersteller setzen es bereits in ihren neueren Plattformen ein, und ein Diagnosegerät, das nur klassisches CAN spricht, bekommt mit diesen Steuergeräten unter Umständen keine Verbindung.
Was ist DoIP?
DoIP (Diagnostics over Internet Protocol, Norm ISO 13400) überträgt die Diagnose per Ethernet statt per CAN. Es nutzt Pins der OBD2-Buchse, die CAN nicht belegt, die Buchse bleibt also dieselbe. Der große Vorteil ist die Geschwindigkeit: Ethernet bewegt sehr viel mehr Daten, und das merkt man vor allem beim Programmieren und Codieren von Steuergeräten, wo große Dateien übertragen werden.
BMW war einer der Ersten: Die Modelle der F-Baureihe werden mit einem speziellen Ethernet-Kabel angeschlossen, dem sogenannten F-Chassis-Kabel. Andere Hersteller haben es nach und nach in ihre neueren Autos übernommen, vor allem für die Programmierung.
Warum das beim Kauf zählt
Für die tägliche Wartung der meisten Autos, die heute fahren, reicht klassisches CAN weiterhin aus. Ein Diagnosegerät kauft man aber für mehrere Jahre. Arbeiten Sie an neuen Autos oder wollen Sie bei Marken codieren, die schon Ethernet nutzen, sollte Ihr Gerät CAN-FD und möglichst auch DoIP beherrschen.
Dass ein Gerät ein Protokoll unterstützt, heißt nicht, dass es alle Funktionen bei allen Autos mit diesem Protokoll kann. Was möglich ist, hängt von Marke, Modell, Baujahr und Steuergerät ab. Im Zweifel schicken Sie uns die Fahrgestellnummer.
Welche iCarsoft-Geräte CAN-FD und DoIP unterstützen
| Modell | CAN-FD | DoIP | Preis |
|---|---|---|---|
| CR Pro | Ja | Nicht im Datenblatt | 279,95 € |
| CR Pro+ | Ja | Nicht im Datenblatt | 339,95 € |
| Markengeräte V2.0 (VAWS, BMM, MB usw.) | Ja | Nicht im Datenblatt | 194,95 € |
| CR Max | Ja | Optional, mit separatem Zubehör | 499,99 € |
| CR Max BT | Ja | Optional, mit separatem Zubehör | 559,95 € |
| CR Max P | Ja | Integriert, Kabel im Lieferumfang | 649,95 € |
| CR Ultra | Ja | Ja | 1.489,95 € |
| CR Ultra P | Ja | Ja, zusätzlich J2534 | 1.749,95 € |
| HD V4.0 (Lkw) | Ja | Nicht im Datenblatt | 449,95 € |
DoIP integriert oder optional
In der CR Max-Reihe gibt es zwei Wege. Das CR Max P hat es serienmäßig: Im Karton liegen das RJ45-Netzwerkkabel, das F-Chassis-Kabel für BMW und ein USB-auf-Netzwerk-Adapter. Beim CR Max und beim CR Max BT ist DoIP optional, das Zubehör kaufen Sie separat. Wissen Sie, dass Sie es nutzen werden, rechnet sich das Max P eher. Die Details stehen unter CR Max oder CR Max P.
Das CR Ultra und das CR Ultra P unterstützen CAN-FD und DoIP und haben im Koffer das BMW-F-Chassis-Kabel, ein RJ45-Kabel und einen USB-auf-Netzwerk-Adapter. Das Ultra P kann zusätzlich J2534-Pass-Thru für die Arbeit mit der offiziellen Herstellersoftware, wie wir unter CR Ultra oder CR Ultra P erklären.
Woran Sie erkennen, ob Ihr Auto sie braucht
Eine Faustregel nach Baujahr, die für alle Marken gilt, gibt es nicht. Jeder Hersteller hat die Protokolle in seinem eigenen Tempo eingeführt, und nicht immer in allen Modellen gleichzeitig. Ein paar Hinweise:
- Kommt ein Diagnosegerät, das bei anderen Autos problemlos funktioniert, bei manchen Steuergeräten eines neuen Modells nicht durch, kann das am Protokoll liegen.
- Verlangt der Hersteller zum Programmieren beim Händler ein spezielles Ethernet-Kabel wie das F-Chassis-Kabel von BMW, nutzt er DoIP.
- Billige OBD2-Adapter vom Typ ELM327 bleiben bei den klassischen OBD2-Protokollen und taugen für diese Bussysteme nicht.
Bei Nutzfahrzeugen ist es ähnlich. Das Lkw-Gerät HD V4.0 unterstützt neben den branchenüblichen Protokollen wie SAE J1939 und J1708 auch CAN-FD, damit es bei den neuesten Lkw nicht abgehängt wird.
Sicher wissen Sie es nur mit der Fahrgestellnummer. Schicken Sie sie uns, und wir sagen Ihnen, welches Gerät der Reihe zu Ihrem Auto passt.
Unsere Empfehlung
- Privat, Auto einige Jahre alt: CAN-FD reicht völlig. Das CR Pro, das CR Pro+ oder ein V2.0-Markengerät beherrschen es bereits.
- Privat mit neuem Auto oder mit Spaß am Codieren: das CR Max P, das CAN-FD, integriertes DoIP und OE-Codierung für 8 Markengruppen vereint.
- Werkstatt: mindestens DoIP ab Werk. CR Max P für den Einstieg und CR Ultra oder CR Ultra P, wenn Sie programmieren. Mehr dazu unter Welches Diagnosegerät für die Werkstatt.
Alle Modelle vergleichen Sie bei den OBD2-Diagnosegeräten für alle Marken und, als Profi, bei den Diagnosegeräten für die Werkstatt.


